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Zwangsarbeit in Hameln und im Kreis Hameln-Pyrmont

 

Bericht über den Besuch der ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiterin Olga Barbesolle in Hameln
in der Zeit vom 15. bis 19. Juni 2009

 

Dienstag, 16. Juni

Dienstag, 16. Juni
Mittwoch, 17. Juni
Donnerstag, 18. Juni
Freitag, 19. Juni und Dank

 
Erster und wichtigster Programmpunkt war der Besuch der ehemaligen Arbeits- und Lagerstätten in der Hamelner Domag.

Das riesige an der Kuhbrückenstraße gelegene Firmengelände der Domag – 1937 zum Zwecke der Kriegsproduktion neu errichtet – gehörte nach dem Kriege der AEG. Seit kurzem hat es Volvo erworben und bereitet dort die Fertigung von Straßenbaumaschinen vor.

Volvo-Geschäftsführer Udo Heukrodt empfing die Besucher im Verwaltungsgebäude. Nach einem ausführlichen und sehr herzlich geführten Gespräch überreichte Frau Barbesolle Herrn Heukrodt ihr Buch.
 

 
Buchübergabe
Übergabe des Buches an den Volvo-Geschäftsführer Udo Heukrodt
(mit Tochter Hélène Coupé)

 

 
Anschließend fuhr die kleine Gruppe auf das riesige Gelände der ehemaligen Domag. Während des Krieges mussten dort über Tausend Zwangsarbeiter arbeiten, darunter sehr viele Frauen aus der Ukraine.
 

 
Domag
Eingangsgebäude zur früheren Domag; ganz rechts die Halle, in der Olga
arbeiten musste

 
In einer der riesigen Hallen auf dem ausgedehnten Gelände fand Olga den Ort wieder, wo die Stanzmaschine gestanden hatte, mit der sie Teile für die Federbeine eines Jagdflugzeuges fertigen musste. Nicht weit davon war der Arbeitsplatz ihres späteren Mannes, der als gelernter Juwelier zu feinmechanischen Arbeiten eingesetzt wurde.
 

 
Domag   Domag
Beim Rundgang durch die riesigen Hallen der ehemaligen Domag

 

 
Domag
Abschied auf dem Hof des Volvo-Geländes, von rechts Volvo-Geschäftsführer
Udo Heukrodt, Gisela Gelderblom, Frau Freitag, Olga Barbesolle
und Hélène Coupé.

 
Von den Lagern mit ihren Baracken, die längs der heutigen Wallbaumstraße gestanden haben, ist bis auf einen Einmann-Bunker für die deutschen Wachleute nichts mehr erhalten. An den Hamelner Hafen, von den Zwangsarbeitern "Kanal" genannt, erinnerte sich Olga sehr gut. Hier hatten sich die ukrainischen Frauen von ihrer Arbeit erholt, hier hatte Olga sich mit ihrem späteren Mann Robert heimlich getroffen.

 

Der Dienstagnachmittag diente dem Besuch der Gräber der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf dem Friedhof Wehl. Über 300 Menschen aus diesem Personenkreis – vor allem Frauen und Kinder – ließen ihr Leben in Hameln und waren auf dem Wehl zum Teil in Massengräbern bestattet worden.
 

Gräber   Gräber
Links: Olga – begleitet durch Herrn Herbert Dieckmann – an den Gräbern russischer Soldaten aus dem 1. Weltkrieg
Rechts: An einem Stein für verstorbene polnische Zwangsarbeiterinnen und ihre Kinder
 

Das Besuchsprogramm - Mittwoch

© Bernhard Gelderblom Hameln