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Die letzten Monate des Zuchthauses

Das Zuchthausaußenlager in Holzen (Eschershausen)

Im August 1944 wurde das Zuchthauslager Holzen eine Außenstelle der Zuchthäuser Hameln und Celle errichtet. In den Quellen trägt das Lager den Namen "Hecht". Sein Bau hing damit zusammen, dass in dieser Zeit die Zuchthäuser Rüstungsbetriebe wurden und dass die Zuchthäuser überfüllt waren und Entlastung brauchten. Die Wahl des Standortes Holzen beruhte darauf, dass hier im Zusammenhang mit der Untertageverlagerung der Rüstungsproduktion ein großer Lagerkomplex errichtet wurde und Zwangsarbeiter in großer Zahl gebraucht wurden.

Holzen
Das ehemalige Zuchthauslager im Jahre 1950 (Quelle: Creydt)
 

Holzen
Der befestigte Eingang zum Stollen Gustav (Quelle. Gelderblom)
 

Die Kapazität des Zuchthauslagers Holzen dürfte bei ca. 400-600 Mann gelegen haben. Ein großer Teil der Insassen waren Ausländer, vorwiegend aus Belgien Frankreich Luxemburg und den Niederlanden.

Das Zuchthauslager bestand aus 5 großen Baracken war eingezäunt und mit Starkstrom gesichert. Die Wachmannschaften waren Justizbeamte des Zuchthauses.

Die Zuchthäusler "mussten die Stollen erweitern Wände von Lockerstein befreien Schienen verlegen und die vollen Loren hinausschieben. Beim Abschlagen des hängenden Gesteins von der Decke kam es immer wieder zu Unfällen, bei denen die Häftlinge zum Teil schwer verletzt, zum Teil sogar getötet wurden. ... Die Arbeit unter tage war mörderisch. Neben den Unfällen kam es zu etlichen Tötungsdelikten, denen hauptsächlich KZ-Häftlinge ausgesetzt waren. Auch die schwere Arbeit bei sechs bis neun Grad Celsius mit ungenügender Kleidung bei geringer Nahrungszufuhr tat ein Übriges.

Die verstorbenen Zuchthäusler wurden ... beim Gemeindeamt Holzen registriert, wobei fast immer "Hecht I" als Sterbeort angegeben wurde. Danach sind 32 Männer gestorben."
Detlef Creydt, Zwangsarbeit für Industrie und Rüstung im Hils, Band 4, S. 146-156

 
Die Baracken des Zuchthauslagers sind inzwischen abgerissen, die Fundamente aber noch gut sichtbar vorhanden.


© Bernhard Gelderblom Hameln