Bild
Bild
| Juden | Zuchthaus | Zwangsarbeit | NS-Zeit in Hameln | Bückeberg | Historische Orte | Startseite |
Bild

Zur Geschichte der Juden in Hameln

und in der Umgebung

Die jüdischen Friedhöfe

Die folgende Untersuchung erfasst insgesamt 29 jüdische Friedhöfe. Der Charakter des Gebietes ist überwiegend ländlich und entsprechend treffen wir eine Vielzahl vor allem dörflicher Friedhöfe an.

Die Karte zeigt die große Dichte der Friedhöfe. Nahezu überall, wo über längere Zeit Juden gewohnt hatten, waren – zumeist im 18. Jahrhundert - auch Friedhöfe angelegt worden. Die Schaffung zentraler Synagogenbezirke im Jahre 1843, die einen zentralen Synagogenstandort für mehrere Dörfer vorsah, änderte nichts am Fortbestehen einer Vielzahl von Friedhöfen.

Karte
BildLegende zur Karte

Quadrat (schwarz)BildFriedhof mit Grabsteinen
Kreis (schwarz)BildFriedhof ohne Grabsteine
Kreis (innen weiß)Bildnicht mehr vorhandener Friedhof

1BildAerzen
2BildBad Münder
3BildBad Pyrmont I
4BildBad Pyrmont II
5BildBisperode
6BildBodenwerder
7BildBörry
8BildCoppenbrügge
9BildDielmissen
10BildDuingen

 

11BildEimbeckhausen
12BildEsperde
13BildGrohnde
14BildHalle
15BildHameln
16BildHämelschenburg
17BildHehlen
18BildHemeringen
19BildHemmendorf
20BildHessisch Oldendorf

 

21BildKemnade
22BildKirchbrak
23BildKirchohsen
24BildLauenstein
25BildOttenstein
26BildPolle
27BildSalzhemmendorf
28BildTündern
29BildWallensen

 

Um die Wende zum 20. Jahrhundert hatte die jüdische Bevölkerung viele der kleinen Orte verlassen. Vier Friedhöfe kleiner Dörfer - Esperde, Dielmissen, Grohnde und Kirchbrak - waren deshalb bereits vor 1938 aufgegeben und verkauft worden. Diese kleinen Friedhöfe waren damals zumeist schon ohne Steinbestand und wurden fortan als Gärten oder Wiesen genutzt.

Zu Beginn des Dritten Reiches war in zahlreichen weiteren Dörfern die jüdische Bevölkerung auf wenige Personen zusammengeschrumpft. Die Friedhöfe lagen häufig verwaist und verwildert. Die Zerstörung in der NS-Zeit betraf ohne Ausnahme alle in der Region bestehenden Friedhöfe. Mit den Friedhöfen sollte eine der letzten Spuren jüdischen Lebens beseitigt werden. Der Zeitpunkt der Zerstörung ist in der Regel der Novemberpogrom, also die Nacht des 9./10. November 1938.

Bild

Nach jüdischem Verständnis gilt die Ruhe der Toten auf ewig. Gräber dürfen nicht aufgehoben oder beseitigt werden. Die Gebeine der Toten sollen ungestört an ihrem Orte liegen bis zur fleischlichen Auferstehung am Tage der Wiederkunft des Messias. Das drückt sich im Namen aus. Der jüdische Friedhof wird im Hebräischen Bet Olam (=Haus der Ewigkeit) oder Bet ha-Chaim (=Haus des Lebens) genannt.

Ein Friedhof ist ein heiliger Ort. Ein männlicher Jude wird wie beim Betreten einer Synagoge auf dem Friedhof seinen Kopf mit einer Kappe bedecken. Als Ort der Toten ist der Friedhof zugleich ein unreiner Ort. Deswegen wird ein Jude einen Friedhof nicht am Sabbath besuchen.

Es ist der letzte Dienst, den wir den in der nationalsozialistischen Zeit vertriebenen Juden erweisen können, dass wir den Ewigkeitsanspruch der Friedhöfe respektieren. Nach jüdischem Verständnis haben Friedhöfe einen dauernden Bestand. Heute sind die Friedhöfe häufig die letzte Spur jüdischen Lebens, die es in den Orten noch gibt. Sie bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit.

Wer eine vertiefte Darstellung einzelner, besonders wertvoller Friedhöfe sucht, schaue bitte unter Hameln und unter Hehlen.

Bild

Zur ausführlichen Darstellung
 

© Bernhard Gelderblom Hameln