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Der jüdische Friedhof in Bisperode
Eine besondere Situation liegt in Bisperode vor. Dort hatte nur eine jüdische Familie gelebt. Für die Einrichtung eines jüdischen Friedhofes gab es deswegen keinen zureichenden Anlass. Die beiden Grabsteine der Familie Spiegelberg befinden sich auf dem 1840 angelegten christlichen Dorffriedhof. Das entspricht nicht dem jüdischen Ritualgesetz, das Bestattungen in "reinem" Boden verlangt, und ist auch aus christlicher Sicht außergewöhnlich. Die Inschriften der beiden Grabsteine lautet: Hier ruhet sanft Hier ruhet Frau Die beiden Grabsteine aus den Jahren 1866 und 1901 liegen heute am Rande des christlichen Friedhofes. Sie sollen nach Aussagen von Zeitzeugen ursprünglich noch etwas weiter in Richtung Zaun gestanden haben, und zwar am Beginn der früher weniger geneigten Böschung. Die kleine Familiengrabstelle, die ein gusseiserner Zaun umgab, war also von den christlichen Gräbern deutlich abgesetzt. Die Gräber waren aber immer von der Hecke, die den Friedhof früher umfasste, umschlossen und insofern Teil des christlichen Friedhofes. Es handelt sich um Stelen, aufrecht stehende Steine, die ursprünglich rechtwinklig zur Straße, also geostet, gestanden haben.
Die Tatsache, dass die Eheleute Spiegelberg auf dem christlichen Friedhof bestattet sind, kann als ein Hinweis auf die gelungene Integration in das Dorf gewertet werden. Die beiden hatten ihr Leben lang in Bisperode gelebt und gearbeitet. Nun wollten sie auch in diesem Dorfe bestattet werden. Zu weiteren Einzelheiten vergleiche Bernhard Gelderblom, Jüdisches Leben im mittleren Weserraum, Holzminden 2003 |
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